Orthopädie

(altgriechisch „aufrecht“ und „Kindererziehung“)

Die „klassische“ Orthopädie befasst sich mit Fehlbildungen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates und entwickelte sich aus der konservativen (nicht operativen/chirurgischen) Behandlung von Tuberkulosekranken und Kriegsversehrten.

In der deutschen Übersetzung hieß es: „Orthopädie, oder die Kunst, bei den Kindern die Ungestalt des Leibes zu verhüten und zu verbessern“

Inzwischen sind mehr als 250 Jahre vergangen. Viele Krankheiten sind verschwunden, neue Krankheiten entdeckt worden. Kein Kind muss heute noch an einer Hüftgelenksluxation oder einem Klumpfuß leiden. Fehlanlagen, wenn früh erkannt, können völlig geheilt werden.

Geprägt wurde der Begriff „Orthopädie“ 1741 von Nicolas Andry de Boisregard, einem Pariser Kinderarzt. Er verglich den „Orthopäden“ mit dem Gärtner, der ein krummes Bäumchen an einen kräftigen Pfahl anschlingt. Der krumme Stamm des Bäumchens sollte eine krumme, kindliche Wirbelsäule darstellen, die durch das Anbinden an den kräftigen Pfahl zum geraden Wachstum redressiert wird.

Schaut man über den Tellerrand hinaus, gibt es neben der Orthopädie medizinische Disziplinen, die ebenso professionell auf den Stütz- und Bewegungsapparat Einfluss haben (Manuelle Medizin, Osteopathie, Physiotherapie, Faszientherapie). Diese ersetzten die schulmedizinische Diagnostik in keinem Fall, können jedoch im interdisziplinären Arbeiten mit der Schulmedizin/Orthopädie wesentlich zur Verbesserung von Beschwerdebildern im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates beitragen.